n diese Situation schlug im Jahre 7217 der große Sturm der Orks. Ein riesiges Heer der Schwarzpelze stieß in die heute verlorene Provinz Wostotschnaja vor, machte sie dem Erdboden gleich und rückte unaufhaltsam ins Landesinnere vor. In mehreren verzweifelten Schlachten wurden sowohl die Ordensritter, als auch die Truppen der Szlachtizen vernichtend geschlagen. Eilig zusammengewürflte Bauernhaufen konnten dem Vormarsch nur verzögern, der sich unentwegt auf die alte Hauptstadt Bjelograd zubewegte. Im Sommer 7219 standen die Orks vor Bjelograd und belagerten die Stadt monatelang. Als die Mauern den nahzu täglichen Angriffen kaum mehr standhielten, bot der Großfürst Wjatscheslaw I. Semjonowitsch Rasbudilskow dem Gegner die Übergabe der Stadt und aller ihrer Reichtümer, sowie seinen eigenen Kopf im Tausch für den freien Abzug der Bewohner. Der Anführer der Orks schlug das Angebot angeblich aus reiner Blutgier aus und stürmte noch am selben Tage die Stadt. Es herrschte ein entsetzliches Gemetzel, da die Einwohner der Stadt - im Angesicht des sicheren Todes selbst Kleinkindern und Greisen Messer und Dolche in die Hände gaben. Der Großfürst fiel an der Spitze seiner Garde und wurde zerstückelt. Mitten in dieses Blutbad platzte ein Reiterheer der Kosaken unter dem Ataman und legendären Kämpfer (Bogatyr) Taras Budjonnin, die den Orken in den Rücken fielen. In der darauffolgenden Zweifrontenschlacht gelang es dem jungen Szlachtizen Pjotr Gorynow, die Städter zu sammeln und mit einem Ausfall die Aufmerksamkeit der Orken "zurückzugewinnen", als die Kosaken ob der Übermacht ins Wanken gerieten. So wurde die Schlacht dadurch entschieden, dass die Initiative stets zwischen den beiden Heeren der Menschen wechselte und die Orks mangels einer taktisch geschulten Führung schließlich auf dem Feld vor der Stadt zusammengedrängt und fast vollständig aufgerieben wurden.
Tatsächlich hatten die Schwarzpelze die kleinen Sippen der Kosaken, die sie angetroffen hatten, für unbedeutend gehalten und daher die Steppe auf ihrem Vormarsch links liegen gelassen. Der Zerstrittenheit der Kosaken war es zu verdanken, dass sie erst "5 Minuten nach 12" eingriffen.
Dieser "Tag des Blutes" am 24. Oktober 7219 wird seither als Gedenktag begangen. Nicht als Tag des Sieges, sondern der Trauer an die Zehntausende, die innerhalb von wenigen Stunden ihr Leben lassen mussten.
Das verwüstete und entvölkerte Land wurde noch jahrelang von vereinzelten Orktrupps heimgesucht. Die entscheidend geschwächten Kosaken hatten zwar das Reich gerettet, zogen sich anschließend jedoch in die Steppen zurück, um ihre Sietsches zu schützen.
Hungersnöte und Seuchen schüttelten das Land, in welchem jahrelang kein neuer Herrscher gewählt wurde. Nur die schwarzen Milizen (Gorynows Freischar) des jungen Bojaren Gorynow gaben wenigstens Zentralbjelawa etwas Stabilität. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der umtriebige junge Mann und Kriegsheld (ihm fehlte ein Auge durch einen Säbelhieb eines Orks) schließlich im Jahre 7222 vom Sejm zum Großfürsten gewählt wurde.
Nach dem erneuten Orkensturm und der darauffolgenden großen Hungersnot lag Bjelau völlig darnieder. Knapp ein Drittel der Bevölkerung war durch Krieg, Hunger und Seuchen dahingerafft worden, ganze Landstriche waren entvölkert. Bjelawa lag traumatisiert darnieder, zurückgemordet in die Barbarei. Doch in den dunkelsten Stunden zeigt sich die Gabe der Bjelawen, Hoffnung zu schöpfen und ihr Schicksal in die Hand zu nehmen.
Der junge Herrscher Pjotr. I Gorynow wagte ein ehrgeiziges Projekt, indem er eine umwälzende Siedlungspolitik betrieb. Er verteilte die verbliebene Bevölkerung in nicht ganz populären Umsiedlungsaktionen auf die zentralen und östlichen Provinzen, die östlichste gab er jedoch ganz auf. Eine Provinz gab er ganz in die Hand der Kirche, eine weitere in die Hand des Ritterordens, so dass diese Institutionen diese Regionen nun zwar als angestammte Rückzugsgebiet betrachten konnten, diese jedoch fast menschenleer waren. Während der Orden auf ein Wiedererstarken der Bevölkerung setzte, überzog die Kirche das kahle, gebirgige Land mit einem Netz von Klöstern.
Als zweiten Schritt, der sich als Glücksgriff erwies, ließ der Herrscher allerlei Gelehrte, Handwerker, Kaufleute und auch Siedler in den ganzen Mittellanden anwerben, die vorwiegend die Provinz Westheim, aber auch das übrige Reich besiedelten.
Die darauffolgende Zeit ist von einer rasanten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gesundung gekennzeichnet. Gleichzeitig gelang es der Dynastie der Gorynows, sich als Herrscher des Zentralgebietes zu etablieren und das Großfürstentum nahezu in eine Erbmonarchie zu verwandeln - seit Pjotr I. ist jeder Herrscher ein Gorynow gewesen.
In den letzten hundert Jahren ist dann nach einer langen Prosperitätsperiode wieder ein wenig der Schlendrian eingekehrt. Zwar hielen sich die Gorynows an der Macht, ihr direkter Einfluss auf die Geschicke des Landes nahm jedoch ab. Auch Nikolaj II. musste sich die Unterstützung des Sejm wieder teuer erkaufen - er plant jedoch, nun mit aller Gewalt das Ruder wieder herumzureißen und die Monarchie zu stärken.
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