I Bjelawa I
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um Zerreißen gespannt sind die Nerven aller vor der großen Schlacht - eine eigentümliche Ruhe beherrscht das Schlachtfeld. Nur die Banner knattern im Herbstwind und hinter den orkischen Linien hört man dumpf das Trommeln der Schamanen. In diesem Moment höchster Anspannung plötzlich der Ruf: Kosaken, Kosaken! Tatsächlich - am anderen Ufer der Altaja zeigen sich Reiter. Hurra! Ein Ruf breitet sich in Windeseile in den Reihen der Bjelawen aus, schon haben ihn selbst die Reiter des Ordens ganz am nordöstlichen Ende der Front auf den Lippen: "Hurra, Kosaken!" Fester packen die Bauernkrieger der Opoltschenije ihre Speere, neue Zuversicht glimmt in ihren Augen. Soll der Ork nur kommen! Doch beim Stabe des Fürsten ist man weniger enthusiastisch - warum wenden sich die Reiter aus der Steppe gen Osten? Statt den Fluss vor der Stadt zu überqueren, reiten sie an ihm entlang. Wollen sie etwa in den Rücken der Orken gelangen? Wenn sie im Pfeilhagel der Wölfe oder der nachrückenden Blundar Dongan das Ufer stürmen müssen, werden sie allesamt ein blutiges Ende finden. Verärgert schlägt der Großfürst mit der Faust auf den Kartentisch - Kühnheit und Narretei liegen nah beieinander. Zu nah bei diesen verwegenen Steppenkriegern! Nun kann auch den Bjelawen nur Kühnheit helfen.
Die Orks derweil, der Reiter ebenfalls am gegenüberliegenden Gestade ebenfalls ansichtig, spüren, dass sie nur noch wenig Zeit haben, um die Stadt einzunehmen. Noch sind die Truppen der Provinzfürsten noch nicht am Westtor, die Verteidiger auf sich gestellt, als der Sturm der wildesten aller Orks, des Stammes der Grimbradz auf die Stadt Hirschfurt losbricht. Selbst Katapulte und andere Belagerungsmaschinen hat der Ork in Stellung gebracht und nun beginnen sie Feuer und Verderben auf die Wehr der Stadt zu speien. In den Pfeilhagel der Verteidiger brandet Welle um Welle der Wölfe - Zögern ist diesen Kriegern fremd. Mit Baumstämmen und Sandsäcken überwinden sie die Gräben, ihre Äxte und Rammen fressen sich in die Palisaden. Manch unglücklicher Verteidiger stürzt von Pfeilen durchbohrt von den Zinnen. Flammen züngeln empor - die Stadt beginnt zu brennen. Doch die Hirschfurter halten stand. Kübel um Kübel siedenden Pechs machen den stürmenden Orken den Garaus, noch sind genügend Pfeile da, noch werden die Sturmleitern unverzagt zurückgestoßen.
Da brandet im Norden an der Roten Kuppe das Kriegsgeschrei der Bjelawen auf. Die Ritter, die Garde und der Großfürst selbst mit seinen Reitern stürmen den Hügel, auf dem sich die Schoda Schwong halten. Gleichzeitig rückt die Linie des Bjelawischen Heeres gegen die orkische Hauptmacht vor. Schon prallem am linken Flügel die Reihen zusammen - selbst zu Pferde ist es ein schweres Unterfangen, bergan zu stürmen - der Großfürst weiß es, und darum ist er selbst zugegen. Blutige Ernte halten die Lanzen der Schoda Schwong unter den Reitern, ihre Reihen wanken, doch sie weichen nicht. Zum Sammeln bläst das Horn, und die Reiter formieren sich neu. Mit wahrer Löwenstimme schart Klitschkow, des Fürsten Champion seine Schwarze Garde um sich. Erneut reiten die Bjelawen an, erneut prallen sie auf den zähen Widerstand der Schoda Schwong.
Nun ist auch das Fußvolk aneinandergeraten und das Getöse der Schlacht lässt die Erde erbeben.

Die ersten Züge sind getan - wem wird das launische Schlachtenglück hold sein?