n donnernder Kavalkade rast des Fürsten Reiterei an der Roten Kuppe vorbei. Es sind die Kosaken, die er vom Hügel erspäht hat und mit ihnen, die Gelegenheit, die Schlacht zu entscheiden, schnell bevor die Blundar Dongan eintreffen. Noch kann es gelingen! Die Kosaken galoppieren ebenfalls heran - die Absicht des Feldherrn ist ihrem Führer offenbar. Säbelschwingend, unter wildem Gebrüll fallen die frischen Truppen den Schoda Schwong direkt in den Rücken; die älteren Krieger, die die Formationen der Orken zusammenhalten, wenden sich überrascht um. Panik bricht aus. Wie ein Hammerschlag trifft der Angriff der Kosaken und der letzten Panzerreiter und schmiedet die Hauptmacht der Orken auf dem Amboß des bjelawischen Fußvolks, das nurmehr standhalten braucht. Die Formationen der Orks lösen sich, die Linien brechen auf. Die ersten wenden sich zur Flucht, wild toben ihre Anführer - vergeblich.
In der Stadt wütet das Feuer, kaum finden die Kämpfer noch zueinander, viele fliehen durchs Westtor, um sich vor den Flammen zu retten. Die Zitadelle ist umkämpft, doch kann es überhaupt noch Sieger geben in dieser Flammenhölle?
Nun weichen auch die Schoda Schwong auf dem Hügel, angesteckt von der Panik ihrer Stammesbrüder in der Ebene. Kämpfend räumen sie die Kuppe und ziehen sich in Richtung Waldrand zurück. Zu erschöpft sind die Angreifer, um ihnen zu folgen. Eilig werden die Schanzen der Orks besetzt. Der Hügel ist endlich genommen, doch kann er gehalten werden, wenn die Blundar Dongan kommen? Erschöpfung steht in den Gesichtern, kein Siegesjubel brandet auf - zu teuer bezahlt war der der Triumph.
Doch nun gibt es für das Heer der Schoda Schwong kein Halten mehr. Wie die Welle, die sich eben am steilen Felsen des Tinarrischen Meeres brach, fluten die Massen der Orks zurück. Fast reißen sie die Angreifer mit sich, nicht wenige der leichten Kosakenreiter gehen im Strom der fliehenden Krieger unter. Mit lautem Hurra setzt das bjelawische Heer zur Verfolgung an, des Fürsten Reiter voran, treiben sie die fliehenden Orken in den Wald. Einige zähe Gruppen, die trotz der aussichtslosen Lage nicht an Flucht denken, Berserker und Schamanen, werden von der Übermacht der bjelawischen Bauern erdrückt und niedergemetzelt.
Die Blundar Dongan sind nicht gekommen!
Auch die Wölfe zerstören nun ihre Kriegsmaschinen und beginnen sich kämpfend zurückzuziehen, als die ersten Reiter der Bjelawen zum Osttor sprengen. Am Flußufer, in dichter Formation, weichen sie zum Waldrand zurück; die Menschen wagen es nicht so recht, diesen gefürchteten Kriegern nachzusetzen. Etliche Orks müssen noch immer in der Stadt sein, doch keiner weiß, wie die Lage innerhalb der geborstenen Palisaden sein mag. Feuer und Rauch verhindern jeden Blick in die Stadt und auf ihre Zitadelle.
In wilder Flucht, die Kosaken auf den Fersen, überrennen die Schoda Schwong-Krieger - die Vorhut der Blundar Dongan, welche sich in eiligem Anmarsch befindet. Keine Stunde sind sie zu spät, und doch, diese kurze Zeitspanne entschied über Sieg und Niederlage. Wütend vor Enttäuschung schlagen manche Schoda Schwong blindlings auf die Blundar Dongan ein. "Rugadog, Rugadog!"-Rufe machen die Runde: "Verräter"! Ohne eigentliche Schlachtordnung, halb überrannt von den fliehenden Schoda Schwong, treten die Blundar Dongan in den lichten Wäldern nördlich von Hirschfurt zur Verteidigung gegen deren Verfolger an und retten ihre Brüder vom anderen Stamme vor der völligen Vernichtung.
Mit harter Hand muss der Fürst sein Heer zügeln. Besonders der Kosaken Blutdurst scheint noch nicht gestillt. Doch der Feldherr weiß, dass die Schlacht, schon entschieden auf dem Felde, durch Geplänkel im Walde noch verloren gehen kann, wenn sich seine erschöpften Truppen in der Verfolgung zersplittern. Wer weiß schon, wie stark das Heer der Blundar Dongan sein mag?
Der Fürst hat gesiegt - doch wer hat den entscheidenden Zug gemacht - etwa die Dame?
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