alt und schneereich sind die bjelawischen Winter, selbst im Westen mit seinem milderem Klima. Doch trotz Witterung und Eis nahmen viele Recken, Magier und auch Elfen die Gelegenheit war, im "Schlammhüpfer", einer Kneipe vor den Toren Bjelhavens, dem Botschafter persönlich, bei einem Gelage, über den geplanten Feldzug gegen die Orken zu befragen. Unter ihnen waren niemand geringeres als die Bojaren Wassili Wassiljewitsch Borschtsch und Rondradan Raulgrimm zu Ehrenstein und ihr Gefolge. Auch eine durchreisende Delegation von Drow aus dem Reiche Ner'Zuhl und anderes wanderndes Volk war zugegen.
Der Botschafter traf verspätet ein - der bjelawische Schneesturm nimmt keine Rücksicht auf Rang und Würden.
Jedoch bevor man zu den erlesenen Speisen schreiten konnte, wurde ein Ritter des Ordens zu Schwert und Eiche, Bojar Rondradan, einigen Prüfungen ausgesetzt, um herauszufinden, ob dieser der Waffenmeisterschaft mächtig ist. Extra zu diesem Anlass war das Rote As der Medschdubnije Ridzary angereist. Rondradan bewies nicht nur seinen Mut und seine Geschicklichkeit im Kampfe, sondern zeigte wahrhaft ritterlichen Geist, indem er seine Ritterehre nicht hochmütig über das Leben eines Menschen stellte. Er darf nunmehr den Titel eines "Master Oruschii", eines Waffenmeisters führen.
Johann, der Wirt setzte seinen Kopf aufs Spiel, als er das Mahl nicht rechtzeitig bereitete, doch zog er ihn mittels der Landessitte aus der Schlinge. Nach bjelawischem Brauche wurden auf das Wohl der angereisten Gäste ein oder zwei Kristallwässerchen getrunken.
Es folgte nun ein üppiges Mahl, das den Botschafter und seine Gäste mehr als zu versöhnen vermochte. Doch das Essen, Trinken und Scherzen hatte ein jähes Ende!
Just, als er zu einer Rede ansetzen wollte, fiel Botschafter Gennadi Alexejewitsch, von einem heimtückischen Gift ins seinem Wodka betäubt, zu Boden.
Umgehend übernahm das Rote As des Ritterordens die Führung der aufgebrachten Bjelawen und der auswärtigen Gäste der Taverne. Zunächst fiel Johann, der Wirt unter Verdacht, doch beteuerte dieser, alles aus einer Flasche eingeschenkt zu haben, die der Botschafter zudem selbst mitgebracht hatte. Somit wäre nur noch die Schankmagd als Verdächtige geblieben, doch auch sie beteuerte ihre Unschuld. Allerdings wurde sie, wie sie zugab, kurz von einem Waldläufer aus den Grenzlanden abgelenkt. Könnte er der Attentäter sein? Nur, wo war er? Die Taverne hatte er verlassen, und auch auf seinem Posten vor der Tür, welche er zusammen mit einigen anderen bewachen sollte, fand er sich nicht mehr. Eilig nahmen sich die anwesenden Elfen der Spurensuche an, welche sie zu den Ruinen auf dem alten Burgberg führten.
Der Attentäter flüchtete zu der nahegelegenen Ruine. Da er seiner gerechten Strafe nicht entgehen sollte, machten alle Anwesenden Jagd auf ihn. Doch gross war die Überraschung, als man daselbst auf einen Orktrupp stieß, der jedoch mit der Übermacht erdrückt wurde. Ein Orktrupp so weit im Westen Bjelawas! Als der Orkschamane fiel, brach auch der vermeintlich verräterische Waldläufer zusammen. Er wurde, zurück im "Schlammhüpfer", eingehend untersucht. Man fand Reste eines Beherrschungszauber auf einem Ring, den er bei sich trug. Ebenso einen Brief, auf dem ein scheinbar orkischer Auftraggeber den Befehl zum Meuchelmord am Botschafter gab... Doch es kamen Zweifel auf. Ob der Auftraggeber vielleicht nicht auch in den Nachbarländern zu suchen sein könnte?
Der Botschafter konnte nur unter größter Anstrengung von seinem Leibarzt und dem anwesenden Bojaren Wassilij Wassiljewitsch Borschtsch, der ein großer Heilkundiger ist, gerettet werden. Vom Gift geschwächt zog er sich alsadnn unter dem Schutze seiner Wachen auf sein Zimmer zurück.
Doch damit nicht genug...
Wenig später nahm Johann, der Wirt die Gelegenheit wahr, dass so viele Gelehrte in seiner Taverne eingekehrt waren, um ihnen ein Gerät zu zeigen, welches er vor Jahren im Keller seiner frisch erstandenen Kneipe gefunden hatte. Es wurde mit grosser Wissbegier untersucht, und plötzlich ... fünf Umstehende waren spurlos verschwunden. Dafür hörten die anderen Gäste die Stimmen der Verschwunden aus dieser Kiste klingen. Es wurden viele Versuche unternommen, das Rätsel der Kiste zu lösen. Doch nach und nach leerte sich der Schankraum, da hin und wieder immer mehr Anwesende verschwanden, nur um kurz darauf auch ihre Stimmen aus dem Gerät zu erklingen zu lassen... Doch was war mit ihnen geschehen?
Die nach geraumer Zeit Zurückkehrenden berichteten von einem alten Labor, scheinbar der geheime Rückzugsort eines Alchimisten oder Magiers.
Nachdem unter widrigsten Umständen, ausgelöst durch unzählige Angriffe von greulichen Untoten, nach abenteuerlichen und seltsamen Rätseln ein Tor zurück in die Taverne gefunden war, gab es viele Wunde zu flicken und die gefundenen Schriftstücke auszuwerten. So mancher Kämpfer hatte schon den Hauch der Schwingen des Todes gespürt, nachdem er an allen Gliedern wund, das Schwert nur noch mit den Zähnen zu führen vermochte...
Und noch immer war den Helden keine Ruhe vergönnt. Ein mächtiger Vampir bemächtigte sich eines der Anwesenden, um einen Elfen, den er schon lange gejagt hatte, in den Wald zu locken und dort ihn endgültig zu demütigen und zu besiegen. Der Elf jedoch bewies einen ungeahnten Kampfesmut. Es gelang ihm, sich erfolgreich zur Wehr setzen und der Vampir zerfiel zu Asche.
Nach diesem letzten aufregendem Ereignis begaben sich nach und nach alle Gäste zu Bett. Vielleicht lauschte der eine oder andere, ob nicht vielleicht doch weitere Orks einfielen? Oder hörten sie im Traum immer noch dieses gräßliche "NJET" der Statue im alten Magierzimmer...?
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