s wühlt in meiner Seite, es brennt wie Feuer! Wenn nur dieser wahnsinnige Schmerz nicht wäre. Ich höre mich selbst schreien, dünn und schwach inmitten des rasenden Tumultes um mich her. Wieder ein dumpfer Schlag, es knirscht. Nicht aufgeben! Ich presse die Zähne aufeinander und werfe mich wieder nach vorn. Zum wievielten Male? Stumpfsinniges, wütendes Hacken mit dem kurzen Schwert. Immer und immer wieder. Mit dem Rundschild die Schläge parieren. Mein linker Arm ist taub, der rechte müde. Wenn ich nur diesen blöden Treffer nicht bekommen hätte! Wumm! Wieder auf den Schild. Mistkerl! Da hast Du es zurück! Was?! Ja! Da!! Ein Fehler, ein Schlag, Blut spritzt aus seinem in mein Gesicht, er taumelt und kippt zurück. Keine Pause, neuer Gegner. Der Schwertarm wie Blei. Mütterchen steh mir bei, ist der riesig. Wumm. Zähneknirschen - der haut mir den Schild mitsamt dem Arm entzwei. Unterlaufen, Schwert nach oben rammen. Wer sagts denn? Groß und Langsam! Meine Seite schmerzt höllisch. Verdammt, Wanja hats erwischt, bin gerade über seinen Kopf gestopert. Ein friedliches Gesicht in dem Getümmel! Ein Zerren und Schieben, die Schlacht kommt in Bewegung. Der Gegner weicht. Noch einige heftige Schläge hinterher. Ich falle auf die Knie, mir wird schwarz vor Augen. Bloß nicht hinfallen, sonst lassen sie mich für tot liegen!! Gegen die Nebel vor den Augen kämpfen. Wo ist der Wodka - ein hastiger Schluck. Er reißt mich ins Bewußtsein zurück. Ich knie da und stütze mich aufs Schwert. Hoffentlich kommt der Feldscher bald...
(Tagebucheintrag eines Verbannten von der Granitza)
|