er Bjelawe ist, trinkt Wässerchen, wie es in unserer Landessprache heißt und wer keinen Wodka trinkt, der ist auch kein rechter Bjelawe. So hört man allerorten im Großfürstentum. Sind wir nun eine Nation von Säufern oder steckt mehr dahinter? Ein kolumnistischer Versuch:
Wodka und Gläser sollten eiskalt sein. Nur so verströmt er sein ganzes Aroma. Kredenzt in einfachen Krügen oder in Kristallkaraffen ist er das passende Getränk von der Vorspeise an.
Wodka trinken ist in Bjelawa eine andachtsvolle Angelegenheit.
Der Bjelawe trinkt nicht, um Kummer oder Traurigkeit zu vergessen, sondern um seiner Seele das Gefühl von etwas Besonderem, Wunderbarem und Sinnlichen zu geben.
Wodka nennt man auch die weiße Magie.
Man sagt, Wodka kann hilfreich sein und Dinge weniger schwierig erscheinen zu lassen, er kann aber auch das Leben zur Hölle machen, wenn man nicht stark genug ist, ihm zu begegnen. Denn der Teufel steckt nicht im Wodka, sondern im Menschen. aber das Wissen um die Macht, die Wodka auf den Menschen ausüben kann hat noch keinen Bjelawen daran gehindert, sich dann und wann einen kräftigen Rausch anzutrinken.
Schon in der bjelawischen Geschichte gibt es große trinkfeste Vorbilder wie zum Beispiel Iwan II., den Großen. Seine Gelage waren maßlos und endeten für viele Gäste tödlich. Um dem Großfürsten zu imponieren, wurden unglaubliche Mengen Wodka getrunken, denn nur wer viel vertragen konnte, galt als echter Mann.
Angus Pullwitzer
Depeschen aus Bjelhavn
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