Die Kapitel Wostotschnajas ist ein düsterer und trauriger Abschnitt in der Geschichte Bjelawas. Einst die Perle des Reiches genannt, war sie berühmt für Ihre Pelze, die feinen Hölzer und vor allem die Erzeugnisse der zwergischen Bergarbeiter und Schmiede, die sich hier niedergelassen hatten. Auch Edelmetalle wurden hier geschürft und einige der Bäche und Flüsse sollen Gold geführt haben. Doch im Jahre 7217 endete die Geschichte Wostotschnajas abrupt. Über die wilden und unzugänglichen Bergketten im Osten und Norden kamen gewaltige Scharen hungriger Orken. Bis heute weiß niemand, was die Schwarzpelze zu diesem Zuge trieb, doch fielen sie zu Aberzehntausenden in Wostotschnaja ein und verwüsteten das Land, das sich schon seit Jahrhunderten in Sicherheit gewähnt hatte binnen weniger Wochen völlig. Nur eine Handvoll Flüchtlinge, unter ihnen kein einziger Zwerg, erreichte rettende Gefilde im Westen. Nicht zuletzt deshalb geriet vieles Wissen um Wostotschnaja so schnell in Vergessenheit, so dass heute nicht einmal mehr genau bekannt ist, wo einst seine Hauptstadt gelegen. Auch das Schicksal seiner Einwohner ist bis heute ein Rätsel - ob sie alle den Tod fanden, oder von den Orken in die Knechtschaft geführt wurden, vermag nach zweihundert Jahren niemand mehr zu ahnen.
So gewaltig war der Ansturm der Orken, dass die furchtbaren Abwehrschlachten, in denen die Ordensritter und die Truppen des Großfürsten seinerzeit vernichtend geschlagen wurden, erst auf Waldensteiner und Maronias Boden stattfanden. Ob die Wostotschen überhaupt Zeit zum Widerstand fanden? Ob sich die Zwerge in ihren unterirdischen Hallen verschanzen konnten? Und so liegt das Land heute wild und voller Geheimnisse da, von den Orken besetzt und unzugänglich.
Doch im Jahre 7513 beschloß der Großfürst Nikolaj II, das Blatt zu wenden und Wostotschnaja zurückzuerobern und wenn es hundert Jahre dauern sollte.
Und so brach, wie ein Lichtstrahl durch die Wolken über Wostotschnajas Himmel, im Sommer desselben Jahres eine Expedition nach jenseits des Grenzlandes auf und eroberte einen befestigten Posten, der nun von den Granitzen gehalten wird. Nach der Anführerin der Expedition wird der Posten auch Uranowskij Karaul genannt. Auch die Ansiedlung einiger Bauern soll dem Volke gleichsam als Pfand für den neuen Hoffnungsschimmer für Bjelawas Osten dienen...
Die alte Flagge Wostotschnajas zeigt als einzige keinen Baum, sondern einen stilisierten Vogel, doch wie so vieles geriet der Grund dafür in Vergessenheit.
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