Kanzler Dimitri Budilkewitsch Krimsibirskow (*um 7435 in Krimsibirskoje † 7518 zu Bjelograd)
er Kanzler des Großfürsten war offiziell die zweite Person im Staate. In der Praxis war der 80jährige Krimsibirskow jedoch seit langem ein zittriger Greis, der weder zu einer Einflußnahme auf die Politik des Reiches fähig war, noch überhaupt die Lage übersah. Der Großfürst ließ ihm dennoch im Amt, offiziell wegen seiner früheren Verdienste, die in der Tat nicht unbeträchtlich waren. Inoffiziell ist der Großfürst der Ansicht, er habe bereits genügend Kritiker an seinem Hofe.
Das Amt des Kanzlers wird auf in der Regel Lebenszeit vergeben (Abberufung aus wichtigem Grund oder eigener Rücktritt möglich)und er wird vom Fürsten ernannt, jedoch vom Sejm vorgeschlagen. Die Prozedur der Kanzlerernennung zog sich mitunter bis zum 80. oder 90. Kandidaten hin, bis der Fürst endlich akzeptierte.
Nach seiner völlig überaschenden Hochzeit mit einer wesentlich jüngeren Adligen, der Prätendentin Komtessa Jekaterina Emiljewna geb. Uranowa im Frühjahr 7515, erlebte der alte Kanzler einen zweiten Frühling und begann mit jenseits der 80 noch einmal mit Entschlosenheit, Kraft und Geschick die Zügel des Staates zu übernehmen, die der Großfürst ihm in den Kriegsläuften der folgenden Jahre leider viel zu oft überlassen musste. Nachdem Munkeleien, seine Gemahlin wäre eine Spionin der KGB oder des Auslands oder gar beides nie ganz zur Ruhe kamen und sie schließlich auf eigenen Wunsch das Land verließ, verfiel der alte Krimsibirskow zusehends und starb schließlich bei der Ausübung seiner Pflicht, während einer Verhandlung mit Bojaren an einem Schwächeanfall. Viele sagen, sein Herz war schon zuvor gebrochen.
Sein letzter Wunsch, auf dem Gehöft seiner Vorfahren bestattet zu werden, wurde um ein Haar zu einem Skandal, der ganz Bjelawa erschüttert hätte, wären nicht einige ebenso mutige wie besonnene Abenteurer zur Stelle gewesen, die die Grablegung des Reichskanzlers in Würde ermöglichten. Möge Dimitri Budilkewitsch für alle Zeiten in Frieden in der bjelawischen Erde ruhen, die er so geliebt hat.
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